Chroniken von Eisen und Blut · Chroniken aus Hohenwald
Chroniken von Eisen und Blut
Ein Reich. Unzählige Schicksale. Eine Geschichte, die noch geschrieben werden muss.
Die Chroniken des Königreichs Hohenwald
Im Jahre des Herrn 1403
Seit Jahrhunderten erstreckt sich das Königreich Hohenwald über weite Täler, dichte Wälder, fruchtbare Ebenen und schroffe Gebirgszüge. Seine Geschichte wurde durch Kriege und Friedensschlüsse, durch den Aufstieg mächtiger Geschlechter und den Untergang einst stolzer Herrschaften geprägt. Doch nicht allein Könige und Fürsten formten dieses Land. Es waren ebenso die Bauern, die seine Felder bestellten, die Schmiede, die sein Eisen formten, und die Kaufleute, die seine Städte zu Wohlstand führten.
Über all diesen Menschen steht die Krone von Hohenwald.
Fernab der Lande, in denen unsere Geschichte ihren Anfang nimmt, erhebt sich die königliche Hauptstadt. Von dort aus regiert der König ein Reich, dessen Größe es ihm unmöglich macht, über jede Stadt, jede Burg und jedes Dorf selbst zu wachen. So ruht die tatsächliche Herrschaft über weite Teile des Landes in den Händen zahlreicher Fürsten, Grafen und anderer Landesherren, die der Krone durch Eid und Pflicht verbunden sind.
Ein Reich vieler Herrschaften
Hohenwald ist kein Land, das von einer einzigen Hand geführt werden könnte. Zahlreiche Fürstentümer, Grafschaften und kleinere Herrschaften bilden das Gefüge des Königreichs. Jedes dieser Gebiete besitzt seine eigenen Traditionen, alteingesessenen Familien und wirtschaftlichen Interessen.
Manche Lande sind reich an Silber und Eisen, andere leben von fruchtbaren Äckern, ausgedehnten Wäldern oder dem Handel entlang großer Flüsse. Zwischen ihren Herrschern bestehen Bündnisse, Verwandtschaften und Verpflichtungen, doch ebenso alte Fehden, Misstrauen und ungeklärte Ansprüche.
Der König wahrt den Frieden des Reiches, doch die Entfernung zur Hauptstadt lässt den Landesherren beträchtlichen Spielraum. Nicht jeder Streit gelangt vor den königlichen Hof, und nicht jede Entscheidung wird im Namen der Krone getroffen.
Unsere Geschichte beginnt in zwei dieser zahlreichen Herrschaftsgebiete: den Fürstentümern Westmark und Ostmark.
Westmark ist ein Land dichter Wälder, felsiger Höhen und alter Burgen. Seine Bewohner leben von Landwirtschaft, Holzschlag, Bergbau und Handwerk. Abseits der größeren Siedlungen sind die Wege beschwerlich, und mancherorts reicht der Arm der Obrigkeit kaum über die Mauern der nächsten Burg hinaus.
Ostmark hingegen ist geprägt von fruchtbaren Ebenen, Flüssen und geschäftigen Handelswegen. In seinen Städten begegnen sich Kaufleute, Handwerker, Geistliche und Reisende aus fernen Teilen des Reiches. Doch wo Wohlstand wächst, entstehen auch Neid, Rivalitäten und der Wunsch nach größerem Einfluss.
Jenseits dieser beiden Fürstentümer liegen weitere Lande Hohenwalds. Ihre Herrscher und Bewohner mögen fern erscheinen, doch Gesandte, Händler und politische Ereignisse können ihre Interessen jederzeit bis nach Westmark und Ostmark tragen.
Von Eiden, Eisen und Blut
Seit alters her beruht die Ordnung des Reiches auf Treue, Herkunft und Verpflichtung. Fürsten herrschen über ihre Lande, während Grafen, Freiherren und Ritter ihnen mit Rat, Abgaben und Waffendienst zur Seite stehen.
Über die Fürstentümer verstreut erheben sich Burgen und befestigte Herrensitze. Manche befinden sich seit Generationen im Besitz angesehener Familien, andere werden durch Verwalter ihrer Landesherren geführt. Nicht jedes Lehen ist auf ewig vergeben, und nicht jeder Titel garantiert seinem Träger Macht und Ansehen.
Ein treuer Gefolgsmann mag durch seine Verdienste Land und Würden erhalten. Ein wohlhabender Bürger kann die Gunst eines Herrschers gewinnen. Ein altes Geschlecht hingegen vermag durch Hochmut, Verrat oder Misswirtschaft seinen Einfluss zu verlieren.
Doch Herrschaft ist mehr als ein Titel. Wer Land empfängt, übernimmt Verantwortung für jene, die darauf leben. Wer einen Eid schwört, bindet sein Wort. Und wer nach Macht strebt, wird erkennen, dass Treue und Ehrgeiz nicht immer denselben Weg weisen.
Eine Zeit des Wandels
Noch liegt kein großer Krieg über den Landen. Die Märkte öffnen ihre Tore, die Felder werden bestellt und die Glocken der Gotteshäuser rufen die Gläubigen zum Gebet.
Doch unter der scheinbaren Ruhe wächst die Ungewissheit.
Alte Familien wachen über ihren Besitz. Händler ringen um Wege und Privilegien. Junge Männer und Frauen suchen nach einem besseren Leben, während Söldner, Gesetzlose und Glücksritter ihre eigenen Möglichkeiten erkennen.
Ein gebrochener Eid kann zwei Familien entzweien. Eine Hochzeit vermag alte Feindschaften zu beenden. Ein Handelsvertrag kann einer Stadt zu Reichtum verhelfen, während eine einzige falsche Entscheidung den Untergang eines stolzen Hauses besiegeln mag.
Fernab des königlichen Hofes können selbst kleine Taten große Folgen haben.
Eure Geschichte beginnt
In dieser Welt wird niemandem ein ruhmreiches Schicksal versprochen.
Vielleicht beginnt Euer Weg als mittelloser Wanderer, der vor den Toren einer Stadt um Arbeit bittet. Vielleicht seid Ihr ein Handwerker, der seine eigene Werkstatt errichten möchte, ein Kaufmann auf der Suche nach Wohlstand oder ein Söldner, dessen Treue dem höchsten Gebot gilt.
Vielleicht entstammt Ihr auch einem alten Geschlecht, dessen Name Verpflichtung und Bürde zugleich bedeutet.
Was immer Eure Herkunft sein mag, nicht allein Geburt und Stand sollen bestimmen, was aus Euch wird. Eure Taten, Eure Entscheidungen und die Menschen, denen Ihr begegnet, werden Euren Weg prägen.
Denn die Geschichte Hohenwalds ist noch lange nicht zu Ende geschrieben.
Und so beginnen die Chroniken von Eisen und Blut.
„Nicht jeder trägt eine Krone. Doch jeder hinterlässt seine Spuren in der Geschichte.“
